Das Gut Karlsruhe (Kārļumuiža) entstand im 18. Jahrhundert. Ursprünglich wurde es Wolfsruhe genannt. 1777 kaufte dieses Gut Major Carl Eberhard von Sievers. Dank seiner Initiative wurden auf dem Gute architektonisch bedeutsame Bauten errichtet, die repräsentativen Zwecken dienen sollten. Das Gut wurde nach dem neuen Besitzer Karlsruhe benannt.

Im 19. Jahrhundert erlebte das Gut eine lebhafte Entwicklung. Im Gutszentrum wurden neue Gebäude errichtet, die die bereits vorhandene Bebauung ergänzten. Es wurde ein romantischer Landschaftspark nach freiem Grundriss angelegt, der sich bis zum Fluss Amata erstreckte. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts war diese Gegend mit den reizvollen Ufern von Amata zu einem beliebten Reiseziel zahlreicher Touristen geworden. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde in Karlsruhe eine Bildungsstätte für Gärtner gegründet. Es war die erste Gartenbauschule im Baltikum.

Bei der Revolution von 1905 sind dem Gutsensemble Karlsruhe große Schäden entstanden: das schöne Herrenhaus wurde in Schutt und Asche gelegt. Im Laufe von ein paar Jahren gelang es jedoch, dieses Gebäude wiederaufzubauen. Nach dem 1. Weltkrieg brannte das Herrenhaus ein zweites Mal nieder und wurde nicht mehr wiederhergestellt. In der Zeit der Republik Lettland – in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts – wurde das Gelände um das Gutszentrum mit seinen Bauten in mehrere Bauernhöfe – Jungbauernwirtschaften – aufgeteilt; das Zentrum des Gutes aber wurde von dem Landwirtschaftsministerium Lettlands erworben. Weitere Informationen zur Geschichte von Karlsruhe finden Sie in den nächsten Kapiteln.